Besser lesen mit dem iPad

Auf einmal ging alles ganz schnell! Nach wochenlangem Vorlesen üben und freiem Sprechen vor der Klasse, ging es mit Kim und Nica ab ins Auto und zum alljährlichen Vorlesewettbewerb in die Zentralbibliothek Velbert.

Rückblick: Im Oktober 2015 starteten wir mit unseren Schülerinnen und Schülern des sechsten Jahrgangs den traditionellen Vorlesewettbewerb vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Dieser Vorlesewettbewerb findet schon seit 1952 jährlich statt und erfreut sich sowohl regional als auch überregional größter Beliebtheit. Wettbewerbe in jeglicher Hinsicht steigern allgemein die Motivation der Schülerinnen und Schüler; so tragen Vorlesewettbewerbe zur Förderung der Lesemotivation bei.

Zur Auswahl der besten Leser der Klasse filmten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem iPad und werteten die Ergebnisse anschließend gemeinsam aus. iMovie oder Garageband eignen sich hervorragend zum Aufnehmen und Auswerten von Video und Audio. Zwar bietet der App Store zahlreiche Programme zum Lesen lernen an, doch richten sich diese meist an sogenannte Erstleser in Kindergärten oder Grundschulen. Eine Tolle App die zumindest das systematische lesen komplexer Texte vereinfacht ist Schneller lesen von der HeKu IT GmbH oder Schnelllesen IQ 2.0 von Yaroslav Mironov.

Wir wählten Kim zu unserer Klassensiegerin und meldeten sie im Dezember beim Vorlesewettbewerb an. Schon Anfang Januar 2016 bekamen wir die Einladung zum Stadtentscheid. Um 15:00 Uhr sollte es losgehen. Als wir um 14:40 Uhr in der Zentralbibliothek ankamen wurden wir sehr freundlich von den Mitarbeiterinnen der Bibliothek empfangen und zu unseren Plätzen geleitet. Bald darauf füllte sich der Raum mit Zuschauern und zehn Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die ebenfalls als Schulsieger von den umliegenden Schulen zum Stadtentscheid antraten.

Kurze Verwirrung: Unser Bürgermeister saß auch in der Reihe der Wettbewerber! Liest er etwa mit? Natürlich nicht! Erfreulicherweise war er zu Besuch, denn er wollte sich wohl keineswegs die Vorlesungen der besten Sechsklässler der Stadt entgehen lassen.

Kim blieb „cool“ und bereitete sich konzentriert auf den Wettbewerb vor, indem sie sich noch einmal ihren eigens ausgewählten Text aus dem Jugendroman „Weggesperrt“ von Gerit Poppe durchlas. Für diesen realistischen Jugendroman wurde die Autorin 2010 sogar mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnet.

Dann ging es los! Kim war als erste an der Reihe. Das kann Vor- oder auch Nachteile haben… Egal! Kim hat die Tipps zur Lesetechnik und Textgestaltung beherzigt: Nicht zu schnell zu lesen, bei jedem Punkt einmal tief Luft zu holen und ihren Text betont gestalterisch, deutlich vorzulesen. Auch die Fragen der Jury zum  beantwortete sie verständlich, so dass alle Zuhörer, die das Buch nicht kannten einen ersten Eindruck gewinnen und nachvollziehen konnten, weshalb sich Kim für dieses Buch und die vorgelesene Textstelle entschied.

Es folgten weitere starke Vorleserinnen und Vorleser. Dann ging es in die zweite Runde. Alle Wettbewerberinnen und Wettbewerber durften drei Minuten aus dem, von der Jury vorgegebenen, Fremdtext vorlesen. Die Reihenfolge der Starter blieb wie gehabt: Kim las als erste vor, dann ging es „Reih um“. Danach zog sich die Jury zur Beratung und Auswertung ihrer Notizen zurück. Wir warteten gespannt auf das Ergebnis…

Die Wartezeit konnten sich alle Besucher mit einem historischen Druckerset vertreiben, welches der mittlerweile 91-jährige Buchhändler und Gründer des Vorlesewettbewerbs Herr Horst Haaf freundlicherweise den jungen Leuten zur Verfügung stellte.

Nach einiger Zeit trat die Jury zurück in den Raum und teilte uns mit, dass das Ergebnis sehr knapp ausgefallen sei. Sie las die Namen der Teilnehmer vor und übergab ihnen eine Urkunde und ein Buchgeschenk. Kim blieb bis zu letzt unaufgerufen. Die Spannung stieg! Bis schließlich nur noch Kim und eine weitere Wettbewerberin übrig waren. Kim wurde als vorletzte aufgerufen und erlangte somit einen verdienten zweiten Platz. Herzlichen Glückwunsch!

Isabell Roßenbeck
Villa Wewersbusch, Langenberg

 

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